Am 19. März jeden Jahres feiern wir das Patrozinium, das Fest des Hl. Josef, des Aescher Kirchenpatrons. Nachstehend einige Gedanken unserer Religionspädagogin Esther Sartoretti dazu:
Wo war eigentlich Josef?
Jesus hat die Welt erlöst, seine Mutter half ihm dabei. Und was, bitte schön, hat sein Vater die ganze Zeit gemacht? Julia Karnick hat über einen unauffälligen ganz erstaunlichen Mann in einer Zeitschrift einen Artikel verfasst. Sie hat sich Gedanken gemacht, die uns ein ganz offenes Bild des Kirchenpatrons von Aesch geben. Eine Kurzfassung möchte ich euch gerne auf den Weg mitgeben.
Jesus und Maria sie beide kommen immer wieder vor, in der Erfolgsgeschichte des Christentums. Würde man die beiden heute interviewen, würde Maria wahrscheinlich sagen: «Ich wusste von Anfang an, dass mein Sohn etwas Besonderes ist, ich habe immer an ihn geglaubt!» Bei Jesus könnte es tönen: «Aber ohne deine Unterstützung hätte ich es nie so weit gebracht. Danke, Mama! »
Was würden die beiden denn antworten, wenn man sie nach Josef fragt? Ist er wohl der älteste und prominenteste Vertreter, von dem die Soziologen so gerne als «abwesenden Väter» sprechen, wenn sie über «moderne» Väter sprechen die vielbeschäftigt sind? Oder würde er gar als stiller Held durchgehen?
Wird sein Abseitsstehen an der Krippe ein Zeichen dafür, dass er für Menschen im Abseits als Schutzpatron da ist? Er hielt sich im Hintergrund, ist einfach da, wenn man ihn braucht. Er war da, als Jesus in seiner «Pubertät» einfach mal drei Tage weg war, hat sich gekümmert, ihn zusammen mit Maria gesucht.
Ja es ist gut, wenn wir uns Gedanken machen, auch wenn wir fast nichts von ihm wissen. Auch er kann uns einen Weg im Leben zeigen: müssen wir alles was war, auch gutheissen? oder dürfen wir «modern» unseren Weg in eine neue Richtung leiten? Er hat Maria nicht verstossen, er hat eine andere, bessere Lösung gefunden.
Ist es gut, wenn wir im Rampenlicht stehen, oder dürfen wir auch im Hintergrund, als ruhenden Pool bestehen?
Übrigens, Josef war längst nicht der einzige Mann in seiner Zeit, der einen himmlischen «Stiefsohn» grossziehen durfte. Der Perserkönig Kyros II., Alexander der Grosse und Kaiser Augustus sollen, so liest man in den Schriften, irdische Mütter und göttliche Väter gehabt haben.
Es lohnt sich, sich über den Kirchenpatron von Aesch Gedanken zu machen. Ich wünsche viel Freude dabei.
Esther Sartoretti


